Retrorunning Weltmeisterschaft 1.-3. August 2014

Die Weltmeisterschaft 2014 ist Geschichte. Ein in ganz vielen verschiedenen Beziehungen großartiges Wochenende liegt hinter uns. Hier nun die Rückschau auf die vergangenen Tage.

Am Donnerstag, den 31.Juli, machten Marc-Andre Ocklenburg, Eric Salomon und Christoph Diehl sich aus Deutschland in Richtung Aostatal auf, wo sie abends auf die aus Österreich angereisten Achim und Bodo Aretz sowie die aus Frankreich angereisten Alexander Ostwald, Laura Ostwald und Christina Wallraf trafen.

Die Weltmeisterschaft begann am Donnerstag Abend mit einem Fahnenappell. Die teilnehmenden Nationen stellten einen Fahnenträger und alle Teilnehmer liefen gemeinsam durch den historischen Stadtkern von Saint-Vincent. Einer schöner Start der WM, bei dem man bereits viele alte Bekannte und Freunde getroffen hat.

Freitag, 1.August:
Am Morgen standen die Qualifikationswettkämpfe über die Kurzdistanzen an. Eric und Alex verpassten als 7. bzw. 9. ihrer Vorläufe hauchdünn das Finale über die 200m.
Über die 400m konnte sich Eric souverän als 5. für das Einzelfinale qualifizieren. Das hohe Niveau der diesjährigen WM konnte man schon daran erkennen, dass im Vorlauf über 200m ein neuer Weltrekord gelaufen wurde. Fleur Contreras aus der dominikanischen Republik lief die 200m in 31Sekunden.

Am Nachmittag ging dann Eric Salomon über die 800m an den Start. Er lief auf einen starken vierten Platz, war aber gegen den Sieger Thomas Dold und die schnellen Italiener Alberto Spillari und Moreno Tommasi chancenlos. Im Anschluss standen die 10.000m auf dem Plan. Vor zwei Jahren liefen Achim Aretz, Marc-Andre Ocklenburg und Christoph Diehl auf die Plätze 1, 2 und 3. Dieses wollten sie auch diesmal wieder schaffen. Ein fulminantes Duell auf den ersten 5km lieferten sich dabei Achim und Marc-Andre. Nach 4km verschluckte sich Achim beim Wassertrinken. Er musste kurz gehen und konnte Marc-Andre nicht mehr gefährden. Marc-Andre siegte souverän in 47.48, vor Achim und Christoph auf Platz 3. Bodo Aretz lief ein tolles Debut und kam mit 68min ins Ziel.

Samstag morgen stand zunächst das 3000m Finale an, in welchem Thomas Dold seinen eigenen Weltrekord auf 11.11min steigern konnte. Im Anschluss ging das 400m Finale über die Bühne. Eric lief abermals ein gutes Rennen und beendete den Lauf als vierter. Der Ire Garrett Doherty holte in starken 70.6sec Gold und war damit keine zwei Sekunden langsamer als der Weltrekord. Im 1500m Finale gingen Alex und Bodo an den Start. Auch hier war Garrett Doherty nicht zu schlagen. Bodo schaffte es aufs Treppchen und wurde dritter. Kurz hinter ihm war Alex, der fünfter wurde.

Am Nachmittag standen die Staffeln an. In den 4mal100m waren die Italiener nicht zu schlagen. Christoph, Marc-Andre, Alex und Eric holten die Silbermedaille. Alex schob sich in der letzten Kurve von Platz 3 auf 2 und Eric verteidigte den zweiten Platz auf der Zielgeraden.

 

Die 100m Silberstaffel mit ihrem wohlverdienten Grappa: Christoph, Eric, Alex, Reock (von links)

Die 100m Silberstaffel mit ihrem wohlverdienten Grappa: Christoph, Eric, Alex, Reock (von links)

 

In den 4mal400m gelang kurz darauf die Revanche. Achim, Eric, Bodo und Marc-Andre holten Gold in 6.25min, knapp vor den abermals starken Italienern. Dabei zeigten alle vier ein bärenstarkes Rennen, sonst hätte der Sieg nicht errungen werden können.

Das letzte Rennen des Nachmittags war das 5000m Rennen. Es war ein unheimlich spannendes Rennen. Achim, Bodo, Alex, Christoph und der nachgereiste Markus Jürgens aus dem Münsterland gingen an den Start. Zusätzlich noch zwei schnelle Italiener, die die 10.000m ausgelassen hatten. Von Anfang an entwickelte sich ein enges Rennen, welches Achim in 22.35 für sich entscheiden konnte. Eine großartige Leistung nach dem harten 10.000m Lauf am Vortag. Gesamtdritter hinter einem Italiener wurde Markus in 24.17. In seiner Altersklasse reichte es für Silber. Christoph reichten 26.04 diesmal nicht fürs Podest, ein Italiener war schneller. Bodo und Alex liefen abermals ein bravouröses Rennen und finishten in 34.01 bzw. 34.41.

Sonntag stand zum Abschluss der Wettkämpfe eine Neuigkeit auf dem Programm, der Halbmarathon. Dieser fand auf einer sehr schweren Strecke durch die Altstadt von Saint-Vincent statt. 17Runden standen für die Teilnehmer auf dem Programm. In den ersten Minuten regnete es noch, bevor es aufklarte und ideale Bedingungen herrschten. Guiseppe Ricci aus Italien lief von Anfang an vorne weg, dicht gefolgt von Markus und Marc-Andre. Das Rennen war von der ersten bis zur letzten Minute atemberaubend spannend und schnell. Markus konnte sich mit einem fulminanten Schlussspurt die Goldmedaille in 1.50.02 sichern. Zwei Sekunden nach ihm lief der Italiener ein. Marc-Andre holte sich Bronze in 1.52.01. Angesichts der schwierigen engen Strecke mit 34 zulaufenden 180Grad Kurven und der Belastung der Wettkämpfe an den Vortagen kann man bei anderen Halbmarathons Zeiten erwarten, die um viele Minuten schneller sind. Achim Aretz verlor nach einem Sturz den Anschluss. Zusätzlich hatte er nach den 5.000 und 10.000Meter Wettkämpfen mit schweren Beinen zu kämpfen. Er finishte aber dennoch und wurde fünfter. Christoph Diehl stieg nach etwas mehr als der Hälfte aus. Er hatte den Ausstieg schon vor dem Rennen angekündigt.

Gruppenbild in Saint-Vincent

Gruppenbild in Saint-Vincent

Dies war die fünfte Retrorunning Weltmeisterschaft. Die Organisation war hervorragend. Saint Vincent und das Aostatal sind wunderschön. Die Siegerehrungen im historischen Stadtzentrum sind nicht zu toppen. Das Stadion in Saint Christophe war hervorragend für die WM geeignet. Der Halbmarathon hat eine gelungene Premiere bei der WM gefeiert. Auch die damit verbundene Verlängerung der WM war klasse. Besonders schön war das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten und Freunden aus aller Welt. Viele neue sind dazu gekommen. Das Fairplay, die Freundlichkeit und Herzlichkeit aller Teilnehmer sind jedes Mal wieder beeindruckend und mindestens genauso wichtig wie die sportliche Herausforderung. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und Zuschauer dafür. Ein besonderes Dankeschön an die Hauptorganisatoren Mario und Guiseppe Angeli. Unglaublich, was ihr auf die Beine gestellt habt. Danke auch an alle weiteren Helfer und Organisatoren.

Diesmal gab es erneut viele herausragende Leistungen z.B. von Simone Kühn im Frauensprint, dem Iren Garrett Doherty über die Sprintdistanzen und die Weltrekorde von Fleur Contreras und Thomas Dold. In den Masterklassen wurden ebenfalls starke Leistungen gezeigt, beispielsweise von Giorgio Brizzi über die Sprintdistanzen, Jürgen und Arno Schneider über die Mitteldistanz oder Paolo Tarabella über die 5000m.

Für uns war die WM sehr erfolgreich. Acht Medaillen in den Einzeldisziplinen plus Gold und Silber in den Staffeln. Achim, Marc-Andre und Markus wurden Weltmeister in den 5000m, 10000m bzw. dem Halbmarathon und konnten sich mit guten Zeiten gegen schnelle Konkurrenz durchsetzen. Das Training hat sich bezahlt gemacht.

Nachdem die WM in der Schweiz, in Österreich, in Katalonien und zweimal in Italien stattgefunden hat, wird die nächste WM im Sommer 2016 in Deutschland stattfinden. Die Vorfreude darauf könnte kaum größer sein.